Blumenviertel


NaturEnergie Projekte - Nahwärme Blumenviertel

ein gutes Beispiel

Im Jahre 2007 öffnete der Kindergarten am Potsdamer Weg seine Pforten für die kleinsten Bürger Hodenhagens. Seit dem wurde nicht ein einziger Liter Öl oder Gas verbrannt, um es dort warm und hell zu machen. Denn das öffentliche Gebäude in Hodenhagen wird ausschließlich mit Erdwärme beheizt und die Photovoltaik-Elemente auf dem Dach produzieren mehr Strom als im Gebäude verbraucht wird.

auf dem Weg zur NaturEnergie-Gemeinde

2009 stand eine neue Projektidee an: Könnten nicht viele der privaten Haushalte in Hodenhagen mit Erdwärme anstelle von Öl und Gas beheizt werden? Das nützt nicht nur der Umwelt. Es ist auch gut fürs Portemonnaie. Weil die Preise für fossile Energien zu diesem Zeitpunkt immer weiter gestiegen sind, machte das Heizen mit Erdwärme zwischenzeitlich wirtschaftlich Sinn. Das jedenfalls zeigten die Ergebnisse erster konzeptioneller Überlegungen, die die verantwortlichen Planer des Kindergarten-Projektes am Potsdamer Weg, die ap-ingenieure aus Hodenhagen und böhmeplan aus Benefeld, zusammen mit der Gemeindeverwaltung angestellt hatten.

Blumenviertel

Als Modell-Projekt, das vielleicht zukunftsweisend für ganz Hodenhagen werden könnte, hatten die Ingenieure das Blumenviertel ins Auge gefasst. Dieses Wohngebiet entstand vor etwa 35 bis 45 Jahren und ist typisch für diese Zeit. Etwa 300 Personen leben hier in knapp 100 Wohnhäusern mit insgesamt rund 16.000 m² beheizter Fläche.

Für eine zentrale Heizwärmeversorgung müssten, so die Vorstellung der Planer, etwa 2 km Nahwärmeleitungen verlegt und ein Heizwerk mit gut 2 MW Leistung errichtet werden. Über 85 % der erforderlichen Wärme könnten hier mit insgesamt etwa 10 km Sonden aus der Erde gefördert und von Wärmepumpen auf die erforderliche Heiztemperatur angehoben werden. Erdgaskessel für den Spitzenlastbereich würden den Rest beisteuern. Mit einer solchen Anlage hätte - so das Ergebnis erster Berechnungen - auch bei Voll-Finanzierung und einer nur 20-jährigen Abschreibung schon seinerzeit günstiger geheizt werden können als mit den herkömmlichen Systemen.

bringt das was ?

Seinerzeit ist man davon ausgegangen, dass die Preise für Öl und Gas zukünftig um 5 % pro Jahr steigen, dann kostet Wärme aus fossiler Energie im Jahre 2028 etwa 22 ct pro kWh. Für Nahwärme aus einer Anlage, wie sie oben beschrieben wurde, müsste man dagegen unter sonst gleichen Bedingungen mit nur etwa 16 ct pro kWh rechnen. Ein durchschnittlicher Haushalt spart bei diesem Unterschied in 20 Jahren 15.000 € !

wie ging es weiter ?

Im September 2009 kamen mehr als die Hälfte der Grundstückseigentümer im Blumenviertel der Einladung der Gemeindeverwaltung nach und ließen sich auf insgesamt drei Veranstaltungen im Bürgerhaus über die technischen und wirtschaftlichen Aspekte einer zentralen Heizwärmeversorgung für ihr Wohngebiet informieren. Inzwischen hatten alle Haushalte im Blumenviertel einen Erhebungsbogen erhalten, der den Ingenieuren die erforderlichen Daten zum tatsächlichen Wärmeverbrauch vor Ort liefern soll. Mehr als die Hälfte dieser Bögen wurden zurückgegeben und über 75 % davon belegen das Interesse der Befragten, bei einer zentralen Wärmeversorgung für das Blumenviertel mit dabei zu sein.

Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Auswertung der Fragebögen und bemühte sich, möglichst weitere ausgefüllte Fragebogen zu erhalten.

Eine andere Arbeitsgruppe erarbeitete ein Vertragswerk für die Gründung einer Genossenschaft bzw. einer anderen Form einer Gesellschaft, die dann als Bauherrin und spätere Betreiberin einer zentralen Anlage zur Wärmeversorgung für das Blumenviertel und darüber hinaus auftreten sollte.

Leider konnte diese Projektidee nicht umgesetzt werden, weil sich insbesondere keinen „Kümmerer“ gefunden hat. Aktuell ist eine reale Umsetzung in die Ferne gerückt, weil sich die Preise für die fossilen Brennstoffe nicht so entwickelt haben, wie vor etwa 7 Jahren eingeschätzt.

(Stand: Okt. 2015)